Saturday, December 15, 2007

Nach zweieinhalb Monaten...

.... ist Boston wirklich mein Zuhause geworden.

An viele Dinge habe ich mich inzwischen gewöhnt, die ich am Anfang im Forschungsland Nummer 1 und dem vielleicht technisiertesten Land der Welt nicht erwartet hatte:

- dass sich Stromkabel kreuz und quer über die Straßen ziehen, die Verteilerkästen wie Mülltonnen aussehen und gerissene Kabel durch ein Stück Holz überbrückt werden (????).

- dass Waschmaschinen tatsächlich nur so heiß waschen, wie das Wasser aus der Leitung kommt und der längste Waschgang nur knapp über 30min dauert.

- dass die Green Line der Bostoner U-Bahn einfach mal irgendwo unter der Erde den Geist aufgibt und man nach einer Stunde eben zu Fuß in die Stadt laufen muss. Oder dass der Fahrer den Motor jedesmal abschalten muss, wenn er die Türen schließen will.

- dass das Handy in Häusern mit Wänden aus mehr als Holz mit ein bisschen Isolierung dazwischen einfach keinen Empfang mehr hat und der Akku alle 2 Tage leer ist, weil das Handy ständig Netz sucht.

- dass WiFi nicht überall vorhanden ist. Als Antwort auf meine Kündigung des Brookline-WiFi, das ich bisher zuhause hatte, erhielt ich folgende Mail:
"I see that you recently cancelled your Brookline wireless service. If the reason you cancelled was because you were having problems with the signal strength, I wanted to let you know, that often times the reason that the service doesn´t come in good is because we don´t actually see your wireless card that well.
Here are some tips that can improve the signal: Move your computer closer to a window or outside. (hmmmm... es hat draußen gerade ungefähr einen Viertel Meter Schnee und -8°C). This will help us to narrow down the issue.... if it works by moving it outdoors, we know that it is just a connection issue that is generally caused by your surroundings; the material your house is made of (Ich wohne tatsächlich in einem echten Steinhaus. Kein Wunder, dass Handy und WiFi nicht funktionieren), the windows (also für den kalten Wind stellt das Fenster kein Hindernis dar), etc."

Und doch, ich mag Boston.

Inzwischen gehöre ich auch zu der typischen Einwohnerschaft: die wohnt zwischen MIT und Harvard zusammen mit vielen Studenten in einem eigenen Haus (wir sind 9) und hat den Tagesablauf "aufstehen, arbeiten, arbeiten, arbeiten, weggehen, schlafen, aufstehen...."
Und dabei möglichst keine Zeit verschwenden.
Deshalb liegen die Vorlesungen ja genau zu diesen Zeiten: Frühstück von 7.30 Uhr bis 8.15 Uhr (1. Vorlesung), Mittagessen von 12 bis 13 Uhr (2. Vorlesung), Kaffee um 16 Uhr (Conference).
Und wer braucht schon Schlaf? So eine Zeitverschwendung. Dafür gibts ja Kaffee (Medium ist ungefähr ein halber Liter und kostet $1,50). Geht man spät abends in die Widener Bibliothek (Harvard), ist man sicher nicht der einzige.

Überhaupt gehört nachts hier herumzulaufen zu den schönsten Dingen (es wird ja auch schon um 16 Uhr dunkel).
























Besonders jetzt, nachdem endlich Schnee liegt. Auch wenn die 25cm für einen ganzen Tag die komplette Infrastruktur lahmgelegt haben.

Saturday, December 8, 2007

New York

Auch dieses Wochenende hatte ich wieder unglaubliches Glück mit dem Wetter. Nachdem ich die Ausmaße Manhattans leicht unterschätzt hatte, hatte ich ausreichend (mehrere Stunden) Zeit, auf meinem Fußweg von der 42nd Street an die Südspitze in den Battery Park erste Eindrücke zu sammeln.









































Nachdem wir zumindest bei diesem Besuch der Statue of Liberty nicht näher kamen,







..... wurden wir auf der Suche nach einem Ersatz doch tatsächlich fündig.






Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. In den zwei Tagen hatten wir auf jeden Fall reichlich Gelegenheit, Einblicke in die amerikanische Weihnachtsbaumkultur zu bekommen.








































Absolutes Highlight in Sachen Weihnachtsstimmung bildete natürlich das Rockefeller Center inklusiv Eisbahn, Weihnachtsmusik, winkender Santa Claus, trompetender Engel und einem blinkenden Weihnachtsbaum.










Und diese kleinen Kameraden kamen mir irgendwie bekannt vor.










Am zweiten Tag blieb dann noch ausreichend Zeit, den Central Park bei eisiger Kälte zu erkunden, bevor es losging auf die mal wieder mit organisatorischen Hürden gepflasterte Greyhound-Heimreise.




Friday, December 7, 2007

Advent

Verrückt wie wir deutschen Studenten nunmal sind, ging es spätabends auf "Boston bei Nacht"-Fototour. Und trotz eisiger Kälte, es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Die Vorweihnachtszeit hier in Boston ist überhaupt nicht so kitschig und "american" wie ich erwartet hatte: keine überdimensionalen winkenden Weihnachtsmänner, kaum bunte Lichter, dafür Schnee und "europäische" Deko auf den großen Plätzen und in den Einkaufsstraßen.

Die letzten zwei Wochen waren die bisher schönsten hier in Boston, nie habe ich mich hier so wohlgefühlt.

Einladung zum "Deutschen Abendessen" (es gab Bratkartoffeln mit Leberkäs und Nussecken als Nachtisch!!!)
Weihnachtsfeier mit meinen amerikanischen Freunden
Weihnachtsfeier mit meinen deutschen Freunden
Mit Freunden nachmittags Kaffee trinken und abends ins Kino gehen

Nochmals wunderschöne Tage in New Hampshire
THANK YOU SO MUCH FOR THE GREAT TIME AND YOUR CHRISTMAS PRESENT!!!

Das allerschönste dabei ist, zu wissen, dass meine Freunde in Deutschland mich auch nach fast drei Monaten nicht vergessen haben: sogar einen Adventskalender habe ich geschenkt bekommen.

VIELEN VIELEN DANK! Das war das schönste Überraschungsgeschenk in meiner bisherigen USA-Zeit.

Sunday, December 2, 2007

Was macht man in Boston, wenn man nichts macht...

Das erste Wochenende seit langem, für das ich nichts Größeres geplant hatte und in Boston bleiben wollte.

Was macht man da?
- Ausspannen
- Lesen
- Doktorarbeit
- Klarinette üben und Orchesterproben besuchen
- ein Konzert spielen
- mit Undergraduates auf dem Campus unter einem echt amerikanischen Weihnachtsbaum echt amerikanische Weihnachtsfilme schauen, amerikanische Cakes essen,........ bis man um halb zwei nachts mit dem Fahrrad bei -5°C den Heimweg antreten muss
- Ausschlafen
- sich zum Brunchen mit Freunden treffen
- gemeinsam Shoppen gehen (Dollar sei Dank mit geringer Geldbeutelbelastung ;-) ) und verrückte Modenschauen veranstalten
- endlich die kulturellen Highlights Bostons in Form eines Museums ausnutzen
- verrückte japanische Gerichte testen, Nudelsuppe mit Stäbchen essen
- Schneeballschlacht

Wenn das nicht ein Wochenende in Boston wert war......