Harvard Clubs gibt es in vielen größeren Städten in den USA, er scheint einzig und allein den Zweck zu haben, Geld für die Uni aufzutreiben und die Elite der Eliteuni in einem noch elitäreren Rahmen zu vereinen.
Wer von den ehemaligen Absolventen der Harvard University in den Club aufgenommen wird, entscheidet das Admission Committee zwei Mal im Jahr. Wer zu diesem auserwählten Kreis gehört, ist auf einer exklusiven Liste in der Lobby ersichtlich. Bei der letzten Wahl im November war z.B. Prinz Frederik von Dänemark unter den Glücklichen.
Der Harvard Club ist ein Gebäude direkt am Times Square im Zentrum Manhattans. Von außen noch recht unspektakulär, wird die Tür nur Mitgliedern und ihren vorher namentlich angemeldeten Gästen von in den Farben der Uni gekleideten Dienern geöffnet.
Tritt man dann in die Eingangshalle, trifft einen fast der Schlag: alles purpur (die Harvard-Farbe), von den Wänden über den Teppich, die Decke, die Sitzbezüge und die Uniform der Angestellten.
Jede Kleinigkeit trägt das unvermeidbare "H" oder Logo der Uni, von den Rückenlehnen der Stühle über die Mülleimer bis hin zur Seife im Bad und den Zuckertütchen beim Frühstück.
Die ersten zwei Stockwerke beinhalten die Lobby, ein Restaurant, eine Bar, eine Bibliothek mit mehreren Lesesälen inklusive Billiard-, Schach- und Backgammontischen und weitere Aufenthaltsräume. Darüber gibt es dann zwei Stockwerke mit Konferenzräumen und Konzertsaal, Stockwerk 5 und 6 sind die Gästezimmer und ganz oben die Sporteinrichtungen wie Squash-Spielfelder, Fitness- und Kraftraum, Sauna und Dampfgrotte.
Verglichen damit war dann das Konzert ziemlich unspektakulär. In kleinem aber feinem Rahmen mit ausschließlich Clubmitgliedern und vorher namentlich angemeldeten Familienangehörigen der Orchestermitglieder wurde mir gegen Ende des Konzerts bei den üblichen elf (!!!!) Harvard Songs, die alle Undergraduates scheinbar auswendig können, der zur Schau getragene Stolz dann doch langsam zu viel.
Das klingt jetzt so toll, wenn ich behaupten kann, ich hätte dort übernachtet, aber tatsächlich bestand diese Nacht aus ziemlich wenigen ungemütlichen Stunden auf dem Boden in einem der großen Konferenzräume zusammen mit 30 anderen.
Aber zumindest das Frühstück war für die frühmorgendliche Zeit nicht schlecht, bevor es weiterging zum Teil 2 des geballten Ivy League Weekends nach Yale.
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