oder der Fortsetzungsroman Teil 2(Teil 1 trug sich vor einiger Zeit - um genauer zu sein zum Zeitpunkt meines Hochschulwechsels von Ulm nach Tübingen - zu. Mit dem einzigen Unterschied, dass ich im Zentrum das Irrenhauses war und jetzt dafür sämtliche Mittelsmänner einspannen und Unsummen für Porto ausgeben muss)
Die PJ-Zulassung wurde per Post an meine Eltern geschickt, ausgestellt von der Uni Tübingen am 16.6. Diese muss ich schriftlich und verbindlich mit dem Zettel annehmen, der in jenem Brief war. Bis zum 30.6.
Dann muss ich mit der PJ-Zulassung einen Antrag auf Befreiung von den Studiengebühren stellen, und zwar muss der Antrag bis zum Ende der Einschreibefrist genehmigt sein. Und die ist am 30.6. Nur blöd, dass man den Antrag auch noch original unterschreiben muss, und vielleicht auch noch schicken muss. Und eigentlich zusammen mit jener PJ-Zulassung, die von der Uni am 16.6 ausgestellt wurde und irgendwann danach bei meinen Eltern in der Post lag.
Nachdem das jetzt natürlich nicht klappt, muss ich die Studiengebühren jetzt doch bezahlen. Und dann zusammen mit der Bestätigung von der Befreiung von den Studiengebühren, die an meine Eltern geschickt wird, einen Antrag auf Rückerstattung der Studiengebühren stellen. Im Original unterschrieben. Versteht sich.
HÄÄÄHHHHHHH?????????
Und für alle, die "Die spinnen doch, die Römer" Teil 1 noch nicht kennen:Hier exklusiv Teil 1
Die spinnen doch, die Römer
und die Deutschen auch
Erstaunliche Parallelen tun sich auf
– zwischen Asterix und einer Medizinstudentin
– zwischen dem Film “Asterix erobert Rom” und der Eberhard-Karls-Universität
– zwischen dem Passierschein A38 und der Zulassung zum Medizinstudium nach Hochschulwechsel
Für alle, die Tübingen, die Lage und Öffnungszeiten sämtlicher Verwaltungsgebäude in einem rasanten Crashkurs kennenlernen wollen, zur Nachahmung empfohlen:
Voller Enthusiasmus und im Glauben, die schwierigste Aufgabe schon gelöst zu haben – nämlich einen Studienplatz für ein klinisches Semester in Medizin in Tübingen ergattert zu haben – kam ich an einem Montag morgen Anfang Oktober zum Studentensekretariat der Uni Tübingen. Doch das war zu. Wieso sollte es auch zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn zu den im Internet angegebenen Öffnungszeiten geöffnet sein? Sondersitzung….
Am nächsten Tag auf ein Neues. Und tatsächlich, dieses Mal schaffte ich es doch wirklich bis zu der netten Dame, die für die Anfangsbuchstaben A bis E zuständig war. Doch der Rückschlag folgte sofort. Mir fehlte das formelle hochoffizielle Zulassungsschreiben des Leiters des Studentensekretariats (die mündliche Zusage hatte ich nach langem Hin und Her von Spanien aus organisiert), kam ich doch mit Sondergenehmigung für das 9. Semester. Pech nur, dass der nur montags von 9 bis 11 Uhr da ist. Der gute Rat der netten Dame: “Kommen Sie dann am besten schon um 8 Uhr, sonst kann es sein, dass Sie es nicht bis 11 Uhr in sein Zimmer schaffen.”
Also eine Woche vor Vorlesungsbeginn, Montag morgen um 8 Uhr. Schlangen von Studenten stehen gut eine Stunde vor Öffnung vor der Tür. Mit viel Geduld (und ein wenig Ellenbogeneinsatz) sah ich doch tatsächlich zweieinhalb Stunden später den Studentensekretariatsleiter in voller Lebensgrößer: An dessen Existenz hatte ich schon gezweifelt, nach dutzenden erfolglosen Anrufen und den quasi nicht existenten Sprechzeiten. Ein Stempel auf einem Zettel – formlos – meine Hoffnungen stiegen. Also raus aus dem Zimmer und an den Schalter der netten Dame für die Anfangsbuchstaben A bis E. Wieder etliche Studenten vor mir, wieder warten. Und dann: Damit wir Sie einschreiben können, brauchen wir erst die Semestereinstufung des Studiendekanats für Medizin. Ach ja, letzte Woche war ihr das noch nicht aufgefallen. Angeblich hatten die jetzt noch offen.
Also einmal quer durch die Talkliniken – bis ich wieder vor einer verschlossenen Tür stand – außerordentliche Sitzung (oder doch eine Kaffeepause??). Morgen dann wieder.
Auf ein Neues am Dienstag – noch vier Arbeitstage bis zum Vorlesungsbeginn. Eine Bestätigung der Semestereinstufung für die Einschreibung – so was gäbe es nicht. Das brauchen Sie auch gar nicht! Also zurück zum Studentensekretariat. Und hinter dem Tresen saß plötzlich nicht mehr die altbekannte freundliche Dame vom Vortag, sondern eine eher missmutige unfreundliche genervte Person. Natürlich wusste die Neue auch nichts von einem solchen Schreiben. Aber wo denn meine Versicherungsbestätigung wäre? Ja dieses alte Schreiben von vor drei Jahren (bei meiner Erstimmatrikulation) können wir nicht anerkennen. Außerdem ist das ja nur eine Kopie. Aber in der Mensa nebenan gibt es ja eine Außenstelle der AOK.
5 min später, 50 m weiter. Klar kein Problem, diese Bestätigung stellen wir Ihnen aus. Also fing eine weitere nette Dame an, meine Angaben in Ihren Computer einzutippen – bis zu dem Bundesland – Bayern. Also, wir sind hier in Baden-Württemberg, für ein anderes Bundesland müssen Sie das Schreiben schon dort beantragen.
AAAaaaahhhhh, wo bin ich denn hier gelandet? Im Irrenhaus?
Freitag mittag, 300 gefahrene Bahnkilometern, einen netten Besuch bei einer AOK-Stelle in Bayern, einer nur persönlich durchzuführenden Exmatrikulation an meiner alten Uni (ob ich wohl jemals wieder Student irgendwo sein werde?) und einem erneuten Besuch beim Studentensekretariat in Tübingen später hielt ich doch tatsächlich die Immatrikulationsbestätigung in Händen.
Eine Woche später hatte ich es dann endgültig ganz geschafft: Ich war Medizinstudentin an der Uni Tübingen, zwar ein Semester zurückgestuft (diese Zurückstufung wurde dann später wieder rückgängig gemacht), aber nachträglich in die Kurse eingeteilt.
Und die Moral aus der Geschicht: ein Hochschulwechsel in einem fortgeschrittenen Stadium des Medizinstudiums (selbst im gleichen Bundesland und damit innerhalb des gleichen Landesprüfungsamtes) ist eine wahrhaft göttliche Aufgabe.
2000 Jahre nach Asterix hatte ich in der Univerwaltung, die Verrückte macht, den Passierschein für ein Weiterstudium ergattert.
(Für alle, die “Asterix erobert Rom” nicht kennen: Caesar will beweisen, dass die Gallier keine Götter sind. Als eine von zwölf Aufgaben, von denen Caesar glaubt, dass nur Götter sie lösen könnten, müssen Asterix und Obelix im Haus, das Verrückte macht, den Passierschein A38 besorgen. An jedem Schalter wird als Voraussetzung ein anderes Formular verlangt, das wiederum an einem anderen Schalter zu beschaffen und wieder an einem anderen Schalter gestempelt werden muss, bis Obelix fast verrückt wird. Schlussendlich erfindet Asterix den Passierschein A39, mit dem er die gesamte Beamtenschaft zum Wahnsinn treibt und plötzlich, im Nebensatz, den Passierschein A38 bekommt. Schlussendlich lösen Asterix und Obelix alle göttlichen Aufgaben und erobern mit den anderen Galliern Rom)
ICH SAGTE ES DOCH, WAS FÜR PARALLELEN ;-)
1 comment:
Aber wie du weißt, geht diese Geschichte auch positiv aus und Asterix und Obelix bezwingen Caesars Hinterlistigkeiten! Deshalb die Devise: Durchhalten und Zaubertrank (Liebe) trinken! ;-)
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