..... oder jemand hat mich einer Gehirnwäsche unterzogen, dass ich eigentlich gerade beschlossen hatte, zu versuchen, bis zum Ende des Jahres in Boston zu bleiben.
Wer mich kennt, kennt meinen Dickkopf, und der will mal wieder durch die Wand. Die scheint dieses Mal allerdings ziemlich dick, wenn ich an die zu zahlenden Studiengebühren von 14 000$ und die Visumverlängerung denke.
Also gerade hatte ich mich eben dazu entschieden, wird diese Entscheidung von den Bostonians mal ziemlich auf die Probe gestellt.
Vor einer Stunde, morgens um halb neun, fuhr ich mit dem Fahrrad los nach Charlestown, ungefähr 25min sollte das dauern. Doch ich sollte dort niemals ankommen. Nach mehr als einem halben dutzend Mordanschlägen durch
- amerikanisches Schnee-Räum-Unvermögen in Form von riesigen Schneehaufen auf den Bike Lanes (klar, Autos und Fußgänger brauchen ja freie Bahn – Wer fährt hier schon Fahrrad???)
- amerikanisches Straßen-Teer-Unvermögen in Form von riesigen Schlaglöchern in neuen Straßen
- amerikanischen Taxifahrern, die einfach abbiegen, wann immer es ihnen passt ohne auf sonst irgendetwas zu achten
- amerikanische Auto- und LKW-Fahrer, die die Türen direkt vor meiner Nase aufreißen und denen ich nur mit waghalsigen Ausweichmanövern entgehen kann
endete mein Frühsport an den einfach unüberwindlichen sieben- bis achtspurigen Autobahnen, die von Norden her nach Boston führen und Cambridge von meinem Ziel Charlestown trennen. Klar, dass es mindestens genauso breite Straßen als Tunnel oder Brücken darüber gibt, doch Fahrradfahrer gibt es hier ja nicht – die kommen normalerweise ja gar nicht lebend bis dorthin.
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